[WerkBox3] Re: Unsere Gemeinschaft

  • From: "info@xxxxxxxxxxx" <info@xxxxxxxxxxx>
  • To: werkbox3@xxxxxxxxxxxxx
  • Date: Sat, 21 Mar 2020 14:25:44 +0100

Hallo zusammen,

auch ich möchte Euch allen meine Stimmung mitteilen.
Danke Fred das Du das angeregt hast.

Eine Offene Werkstatt / Gemeinschaft kenne ich schon seid meiner Kindheit vom 
HEi und besonderes vom Feierwerk.
„Hilf mir, es selbst zu tun“, wurde mir auch in der Schule 
(Montessoripädagogik) im offenen Unterricht vermittelt und später auch in der 
Freien Kunstwerkstatt.
Jetzt wird mir immer mehr bewusst, dass dies wirklich etwas besonderes ist, 
solche Freiräume zu haben.
Für mich hat sich von Anfang an nie die Frage oder der Anspruch gestellt, dass 
ich solche Orte nur als Kunde wahrnehme und nutze. 
Mir war immer vollkommen klar, dass solche Orte, nur durch mein mitwirken 
leben, also von uns allen gestaltet werden müssen! 
Umso verschiedener die Mitmacher, desto lebendiger und mehr Möglichkeiten 
bieten sich.

Aber ohne die Beteiligung von jedem einzelnen funktioniert eine Gemeinschaft 
nicht. Ich habe lernen müssen, dass dieses Bewusstsein mit zu gestalten, nicht 
für jeden selbstverständlich ist. 

Für mich war der Ort WerkBox3 von Anfang an die Möglichkeit mich 
auszuprobieren, sich auszutauschen und etwas zu entwickeln und das ganze in 
einer offenen menschlichen Atmosphäre.

In den nun 11 Jahren gab es viele Gemeinschaften, und jede musste 
Herausforderungen und Entscheidungen treffen.
Einige von Euch wissen es, da sie auch schon lange das Projekt begleiten. 
Zur Zeit stehen wir wieder vor Veränderungen die wir gemeinsam lösen sollten.

Mir ist es wichtig mich mit Kunst, Design und Handwerk auseinander zu setzen 
und mich beruflich und privat weiterzubilden.
Mit Menschen die mich weiter denken lassen, die mir bei meinen Visionen 
weiterhelfen.

ich bin es leider leid gefragt zu werden:
- was gibt es zu besprechen...
- muss ich denn auch dabei sein, ich kann ja eh grad nichts beitragen..da ich 
keine Zeit habe.
- was muss gemacht werden..
- ….


Ich möchte nicht länger, „nur" mit einer guten Werkstatt Gemeinschaft zufrieden 
sein, ich möchte etwas bewegen!
also lasst uns gemeinsam eine „neue" WerkBox3 schaffen!
Und nicht „nur" einen Ort, wo ich aus meinen „Alltag“ raus kommen kann und nur 
für einen Moment ich sein darf.
Ich möchte dass, das Konzept der Offenen Werkstatt und der Maker Szene mein 
Alltag ist!
Weg von den Problemen der kapitalistischen Gesellschaft.
Vielleicht können einige von Euch so einen großen Schritt mitdenken und 
mitgehen.
Dies können wir, meiner Meinung nach, nur in einer Atmosphäre wie im 
Kreativquatier oder auch im Gesundheitshaus umsetzen.

Danke Euch allen!
Es ist nie ohne Euch gegangen und wird es auch in Zukunft nicht ohne Euch gehen.

"Dem Kapitalismus gehören die Uhren, uns gehört die Zeit!“
Also nehmt sie Euch und bleibt gesund!


Liebe Grüße,
Stephanie 


Am 20.03.2020 um 23:31 schrieb Markus Westermeier <markus.westermeier@xxxxxx>:

Hallo an alle,
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das ist wirklich schön geschrieben von euch beiden!
 
Scheinbar ist gerade die Zeit für Opern...
 
Hier also meine...
 
Für mich steht fest daß die Werkbox weitergehen muß.
Seit ich dabei bin habe ich das Gefüh, daß sich alle relevanten Teile meines 
Lebens zusammenfügen.
Ich habe selten einen Ort kennengelernt an dem ich das Problem hatte zu gerne 
zu viele Dinge zu tun.
Von Bretter verleimen bis zu Bürgerversammlung besuchen.
Von elektronischer Fachsimpelei bis Jazz veranstaltungen in der Werkbox 
organisieren.
Ich bin momentan sowohl gesundheitlich als auch beruflich in einer starken 
Kriese.
Das ich diese Kriese bis jetzt gut überstanden habe, hat auch viel mit dem 
Kontakt des Kollektives der Wekbox zu tun.
Es ist viel viel mehr möglich im Kopf und im Herz wenn mann in die Vielfalt 
der Werkbox eintaucht.
 
Ich bin aus wirtschaftlichen Gründen momentan kein Mieter der Werkbox mehr.
Ich habe aber Stephanie audrücklich gesagt, daß ich auf jeden Fall 
organisatorisch dabei bleiben werde, soweit es für mich möglich ist.
Sobald ich wieder finanziellen Boden unter den Füßen habe, bin ich 
selbstverständlich wieder Mieter.
 
In diesem Sinne, wünsche ich allen Werkboxlern nur das Besste, steckt euch 
nicht an
 
und wir sehen uns!
 
Grüße, Markus
 
 
 
 
 
 
Gesendet: Freitag, 20. März 2020 um 20:03 Uhr
Von: "Schwarzbach, Tilman (sonnenklar.TV)" <tilman.schwarzbach@xxxxxxxxxxxxx>
An: "werkbox3@xxxxxxxxxxxxx" <werkbox3@xxxxxxxxxxxxx>
Betreff: [WerkBox3] AW: Unsere Gemeinschaft
Hallo Frederik,

 
ich bin noch nicht lange dabei. Für mich ist die Werkbox mein Ventil. Ich 
maloche jeden Tag, hab Stress und kämpfe mit mir jeden Tag nach der Arbeit, 
gehe ich oder nicht?

 
Wenn ich es geschafft habe den inneren Schweinehund zu überlisten gehe ich 
jedes Mal mit einem guten Gefühl nach Hause. Dabei ist alles nicht perfekt 
gelaufen. Ich wollte auf zehntel Milimeter genau arbeiten und was kommt dabei 
raus? Reden wir nicht drüber…

Aber trotzdem behalte ich das Gute in Erinnerung und habe schon auf dem 
Nachhauseweg einen Plan im Kopf, wie ich die Pfuscherei ausbessern kann.

Das Schöne ist, Ich sehe lauter Leute, die sich in ihre Arbeit vertiefen und 
wahrscheinlich dasselbe machen wie ich, In ein eigenes Universum abtauchen. 
Dann hat man Smalltalks, erfährt über die Projekte der Anderen etwas und hat 
für sich eine gute Zeit.

Ich möchte euch nur mal emotional abholen. Warum habt ihr in der Werkbox 
angefangen? Ist dieser Grund 80 Euro im Monat wert?

Im Moment stürzen tausende Gedanken auf uns ein. Der Umzug, Hallen suchen und 
jetzt noch Corona mit allen Konsequenzen.

 
Für mich jedenfalls zählt der Gedanke, das Konzept und ich möchte die Werkbox 
unterstützen und meinen Beitrag zahlen und leisten.

 
Es kann ja auch die Chance für einen grandiosen Neu-Anfang sein.

 
VG Tilman

 
Von: werkbox3-bounce@xxxxxxxxxxxxx [mailto:werkbox3-bounce@xxxxxxxxxxxxx] Im ;
Auftrag von Frederik Franke
Gesendet: Freitag, 20. März 2020 16:25
An: werkbox3@xxxxxxxxxxxxx
Betreff: [WerkBox3] Unsere Gemeinschaft

 
Liebe WerkBoxler!

 
Vermutlich habe ich vielen von euch in den letzten Monaten spüren lassen, 
dass mir – genauso wie den allermeisten von euch – unsere Gemeinschaft sehr 
ans Herz gewachsen ist. Umso mehr schmerzt es zu sehen, dass unsere momentane 
Mietsituation und unterschiedliche Interessensschwerpunkte diese Gemeinschaft 
bedrohen. Einigen von uns wächst die ursprünglich überschaubare Belastung, 
die sie durch die Übernahme von Verantwortung auf sich genommen haben, über 
den Kopf. Andere sehen ihre Idee nicht verwirklicht und beginnen grundlegend 
an ihrer Vision zu zweifeln. Zu all dem kommt nun noch eine weltweite Krise, 
die ohne Frage auch Menschen aus unserem Kreis wirtschaftlich oder 
gesundheitlich, uns alle aber mindestens emotional treffen wird.

 
Ab morgen gelten landesweit Ausgangsbeschränkungen – eine Situation, die vor 
zwei Wochen für niemanden vorstellbar gewesen wäre. So groß die Opfer die uns 
allen nun abverlangt werden auch sein mögen, sie bieten uns auch die Chance 
innezuhalten und Gedanken Raum zu geben, für die im hektischen Alltag 
vielleicht keine Zeit gewesen wäre.

 
Die WerkBox3 – das sind wir, unsere Gemeinschaft! Eine Gemeinschaft, die vor 
allem von ihrer Vielfalt lebt. Was uns verbindet ist nicht viel – es ist der 
Wunsch sich kreativ oder handwerklich zu verwirklichen. Dieser Wunsch hat in 
stabilen Zeiten ausgereicht, damit wir zusammen gefunden und gehalten haben. 
Jetzt, während einer instabilen Zeit, fängt dieser Zusammenhalt – so scheint 
es mir – langsam an zu bröckeln.

 
Wenn Menschen die eine eigene Meinung haben, die eine Vision verfolgen, oder 
ihren Traum verwirklichen wollen, gemeinsam Veränderungen gestalten, dann 
wird es immer auch Konflikte geben. Es wird immer jemanden geben, der durch 
die Vision des anderen, seinen Traum in Gefahr sieht. Und es ist gut, richtig 
und sinnvoll seine Enttäuschung den anderen mitzuteilen und seinem Unmut Luft 
zu machen. Konflikte sind – wenn sie mit Respekt geführt werden – nichts 
schlechtes, sie sind der Grundbaustein für Veränderung und Verbesserung! 
Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir in stabilen Zeiten eine 
Gemeinschaft waren, in der jeder vom anderen profitiert hat, die zusammen gut 
funktioniert hat, in der wir alle uns wohlgefühlt haben. Auch wenn die 
jetzige Situation uns aufwühlt, in uns gar existenzielle Ängste hervorruft 
und uns damit an die Grenze unsere Belastbarkeit führt&he llip; Es wird eine 
Zeit nach dieser Zeit geben, eine Zeit mit mehr Stabilität in der wir die 
Möglichkeit bekommen werden, das, was schon immer gut funktioniert hat 
beizubehalten und an dem, was besser hätte funktionieren können, zu arbeiten. 
Wir werden die Chance bekommen uns neu zu erfinden, gemeinsam etwas neues 
aufzubauen, wenn wir jetzt zusammenhalten und die schwierige Zeit gemeinsam 
durchstehen.

 
Was es meiner Meinung nach dafür braucht ist nicht viel. Vor allem ist es die 
Fähigkeit Rücksicht zu nehmen, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und 
zu versuchen die Situation aus ihrer/seiner Sicht zu betrachten. Das allein 
kann Wunder bewirken und Konflikte versachlichen.

 
Lasst uns jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen, lasst uns zusammen darauf 
achten, dass keine unserer vielen Visionen auf der Strecke bleibt, lasst uns 
die unsichere Zeit als Gemeinschaft durchstehen, um danach zusammen etwas 
Neues aufbauen zu können – das ist mein Wunsch für uns!

 
Von verschiedenen Stellen wird uns momentan signalisiert, dass wir uns 
Hoffnungen machen dürfen, auf dem Kreativquartier neu beginnen zu können. 
Auch wenn diese Option mit einigen Risiken verbunden ist, ist es dennoch die 
einzige Option, bei der niemand auf der Strecke bleibt. Daher ist es für mich 
persönlich die Option, die ich weiterverfolgen möchte. Zeitgleich werden wir 
alle Möglichkeiten ausschöpfen, vielleicht doch noch etwas länger in unserer 
jetzigen Halle bleiben zu können – einiges spricht dafür, dass dies in der 
momentanen Krisenlage möglich sein könnte. Sollte es keine andere Möglichkeit 
geben, werden wir die Option in Betracht ziehen, unsere Werkstatteinrichtung 
für einen begrenzten Zeitraum einzulagern, wobei wir uns natürlich bewusst 
sind, dass diese Option gerade für die gewerbetreibenden unter uns mit 
empfindlichen Einschnitten v erbunden ist.

 
Wir werden euch über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten und bitten 
euch schon jetzt darum, dass ihr euch auch in Zeiten in denen die Werkstatt 
nicht genutzt werden darf solidarisch zeigt und weiter zahlendes Mitglied und 
Mieter bleibt (wenn euch das eure finanzielle Situation erlaubt).

 
Passt in den nächsten Wochen auf euch auf!

 
Frederik









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