[pkbern] AW: [pkbern] Re: [pkbern] Re: [pkbern] Alleebäume als PK-Produkt?

  • From: murat kaan <kalkanmurat@xxxxxxxxxxx>
  • To: "pkbern@xxxxxxxxxxxxx" <pkbern@xxxxxxxxxxxxx>
  • Date: Wed, 6 Nov 2019 18:08:24 +0000

Ach, ich muss noch viel lernen.. 😉
Wobei ich feststelle, dasss meine Himbeeren unter der Akazie (wahrscheinlich) 
nicht ganz so gut wachsen, wie die vllt. 1-2m daneben? Deshalb geht vllt. in 
der PK auch nicht immer ganz alles so einfach, wie man denkt/ hofft. Aber unter 
dem Strich finde ich eigtl. auch genau das das reizvolle, herauszufinden, was 
eben wie und wie lange geht. Ach, schade, bin ich morgen nicht dabei. Viel 
Spass!


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Von: pkbern-bounce@xxxxxxxxxxxxx <pkbern-bounce@xxxxxxxxxxxxx> im Auftrag von 
Ueli Scheuermeier <uelischeuermeier@xxxxxxxxx>
Gesendet: Mittwoch, 6. November 2019 18:31
An: pkbern@xxxxxxxxxxxxx <pkbern@xxxxxxxxxxxxx>
Betreff: [pkbern] Re: [pkbern] Re: [pkbern] Alleebäume als PK-Produkt?

Quadratmeterli für eine Schul-Eiche? Ich finde der Clou bei uns PK-isten ist, 
dass wir dafür kein Quadratmeterli drangeben müssen, weil wir denken anders und 
handeln dann auch anders: Eine dreijährige Eiche zB. nimmt weniger Platz ein 
als eine Zucchetti, und die Zucchetti könnte erst noch grad darunter eine 
Handbreit neben dem Daumendicken und 100cm hohen Eichenstämmli gesetzt werden 
und denselben Quadratmeter besetzen wie die Eiche, mit wesentlich erhöhter 
Wertschöpfung pro m2 als wenn Eiche und Zucchetti schön separat und "sauber" 
auseinanderstehen. Und bei einer 6-jährigen Eiche können die Stangenbohnen doch 
gleich darum herum gesteckt werden..... usw. Und die Arbeit die Stangen für die 
Bohnen zu setzen und zu stabilisieren können wir auch gleich abziehen, weil 
dafür gibt es ja dann den Batzen für die Eiche. Also in der Ergonomie völlig 
anders argumentiert als die klassischen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen, usw.
Das ist es ja, was mich so an der PK fasziniert, dass wir da grundsätzlich 
andere wirtschaftliche Argumentationsfenster finden als was klassischerweise so 
dahergeredet und gerechnet wird. Die Synergien in gerissenen Kombinationen sind 
doch die Würze der PK - und dort wo "das Geld" steckt!

On Wed, Nov 6, 2019 at 5:14 PM murat kaan 
<kalkanmurat@xxxxxxxxxxx<mailto:kalkanmurat@xxxxxxxxxxx>> wrote:
Klingt sehr gut, resp. profitabel. Würde ich vllt. auch ein Quadratmeterli oder 
zwei für reservieren😉

Murat

Am 06.11.2019 um 17:00 schrieb Ueli Scheuermeier 
<uelischeuermeier@xxxxxxxxx<mailto:uelischeuermeier@xxxxxxxxx>>:

Hoi zäme,
Kürzlich mit Thomas Mäusli diskutiert. Er ist der Chef der “Produktion” von 
Stadtgrün Bern im Werkhof in der Elfenau.

Er gibt mir folgende erstaunliche Information:
1. Die Stadt setzt pro Jahr um die 200 Alleebäume an Stassen und öffentlichen 
Plätzen usw. Tendenz vermutlich steigend mit den zukünftigen Bemühungen wegen 
Klima und Biodiversität.

2. Das müssen selbstverständlich “geschulte” Bäume sein, dh:
-    spätestens jedes zweite Jahr ausgraben und an anderem Ort neu pflanzen. 
Weil: Damit entwickelt sich ein Wurzelballen, wo dann genug frische neue 
Wurzeln verfügbar sind, womit sich der Baum ernähren kann wenn er dann ins 
Loch in der Allee gesetzt wird. Würde man einen 8-jährigen Baum aus dem Wald 
einfach so ausgraben und versetzen würde man zuviele grosse Wurzeln abhauen, 
und es sind dann zuwenige da um den Baum am Leben zu erhalten.
-    erzogen, dh. gerader Stamm bis auf ca. 2m, und dann anständige 
Astverteilung für eine anständige Krone.

3. Solche Bäume sind meistens 8-jährig bevor sie an den endgültigen Standort 
kommen.

4. Die Stadt produziert nur etwa die Hälfte der Bäume die sie jedes Jahr 
braucht. Sie produziert selbst nicht mehr, weil zu aufwändig und zu wenig 
Platz. Also muss sie im Schnitt 100 Alleebäume pro Jahr einkaufen.

5. Jetzt der Hammer: Sie finden keine Baumschulen in der Region, die ihnen 
genug geeignete Bäume verkaufen. Geeignet heisst: Sie möchten wo immer 
möglich lokale Baumarten, und davon auch die lokalen Typen - aber leider 
bekommen sie dann Eichen aus Polen oder Ahorne aus Holland, usw.

6. Den hiesigen Baumschulen ist es offenbar zu aufwändig für die Stadt 
Alleebäume zu produzieren, folglich der zweite Hammer: Die hiesigen 
Baumschulen importieren die Bäume eben aus Polen oder Holland, schlagen sie 3 
Wochen bei sich ein - worauf sie die Bäume schon als “Schweizerware” 
verkaufen dürfen. Der SGB ist das nicht Recht, aber sie haben keine Wahl. Es 
werden schlicht zu wenig lokale Bäume angeboten.

7. Auf die Frage ob die Stadt zertifiziert lokale Bäume kaufen würde, kam 
klar die Antwort von Thomas: Ja. Und pro Baum gibt es 800 Franken (Stand 
2019).

GOPF!
Was mir nicht in den Kopf will ist, warum das so aufwändig sein soll. Klar, 
eine Eiche 8 Jahre lang so zu pflegen, dass sie dann tauglich ist, das ist 
nicht ganz ohne, und da braucht es auch Fachwissen, resp. Fachkönnen. Und das 
kann man lernen. Also, abgesehen davon, ist mir immer noch nicht klar was da 
so aufwändig sein soll. Der lange Schnauf bis man an Geld kommt? Das teure 
Land, welches man so lange dafür hergeben muss?

PK ahoi:
Wenn wir das mal aus PK-Sicht anschauen, dann kann ich mir folgendes 
vorstellen:
A. Die Produktion solcher Alleebäume müsste sich doch ideal mit intensiven 
Kulturen auf derselben Fläche kombinieren lassen, wenn man schon alle Jahre 
ausgraben und neu einlochen muss. Die Bäume haben kleine Kronen, und die 
Stämme selbst wie auch die notwendigen Stützpfosten wären ideale 
Kletterhilfen für rankendes Zeugs.
B. Schon nur jedes Jahr einen neuen Baum in einem Garten, ergibt 8 Bäume 
unterschiedlicher Grösse im Garten verteilt. Und dafür gibt es jedes Jahr 
800.- aufs Konto. Bei 2 Bäumen pro Jahr 16 Bäume und 1'600 auf Konto… usw.
C. Die Stadt will nicht einzelne Bäume zusammensuchen. Na und?: Die 
PK-Gärtner in und um Bern könnten sich zusammentun und gemeinsam der Stadt 
pro Jahr zB. 20 Eichen verkaufen. Das wird man auch lange zum voraus planen 
und zusichern können!
D. Und dafür müsste man sich mal bei SGB ausbilden lassen, was es braucht, 
damit ein Baum entsteht, den sie kaufen können.
E. Und somit ein Dienst von uns PK-isten und der SGB an die Stadtbevölkerung: 
Biodiversität steigern mit einheimischen Bäumen im Stadtgebiet - einheimisch 
nicht nur in der Spezies, sondern auch genetisch aus der Region stammend, 
womit erhöhte Resilienz und Biodiversität.

Was meint ihr? Mich würde das reizen. Vielleicht auch in der Hostet…..
Ueli Scheuermeier

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