[lona.radio-frei] 01. März 2007

  • From: "Lokalredaktion Radio F.R.E.I" <lokal@xxxxxxxxxxxxx>
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  • Date: Fri, 20 Apr 2007 13:48:25 +0200

Kein Beischlaf mit Weimar ::: Von Atomkraft und der KoWo ::: Mehrkosten
durch Kürzung des Landes ::: Wiedereröffnung Erfurter Hof ::: Dialog der
Religionen ::: Hoffnung für alte  Feuerwache ::: Runder Geburtstag

<b> Kein Beischlaf mit Weimar </b>

Eine gestrige Entscheidung des Erfurter Stadtrats könnte einen Schlusspunkt
unter die breit diskutierte und oftmals als leidig empfundene Theaterdebatte
setzen. Für den Vorschlag von Oberbürgermeister Andreas Bausewein votierten
die Abgeordneten einstimmig. Erfurt akzeptiert somit eine Kürzung der
Landesmittel um 675.000 Euro und erhöht die städtische Eigenfinanzierung um
150.000 Euro. Im Gegenzug würde das Land die Domstufenfestspiele mit 150.000
Euro fördert ? so das Angebot von Ministerpräsident Dieter Althaus Ende
Dezember letzten Jahres. Drei bis vier Wochen wolle Bauswein dem Land noch
Zeit geben eine für Erfurt akzeptable Lösung zu finden:
<i> ?Aber es muss irgendwann einmal zu einem Ergebnis kommen ? das sind wir
den Mitarbeitern im Erfurter Theater schuldig. Wir sollten diese Vorlage
verabschieden und, wenn es in den nächsten drei bis vier Wochen zu keiner
Lösung kommt, diesen als Vorschlag an das Land weiterleiten. Wir würden
damit auf jeden Fall unser Theater in dieser Form bis 2012 finanzieren
können. In Weimar scheint das nicht der Fall zu sein.? </i>
Laut Bauswein sei es für die Erfurter Bürgern nicht zumutbar das Weimarer
Theater mitzufinanzieren. Die von der Landesregierung geforderte Holding
beider Nachbarstädte werde es also nicht geben:
<i> ?Wir werden weiter sprechen, aber es lohnt sich nicht sich zu verloben,
wenn keine Heiratsabsicht dahinter steht. Heiratsabsicht heißt letztendlich
Montavon-Modell. Ansonsten bringt uns die Verlobung nichts und wenn man
nicht gemeinsam ins Bett will, dann hat es auch keinen Zweck sich zu
verloben.? </i>, so Kulturbeigeordneter Karl-Heinz Kindervater. Nun solle
über eine Partnerschaft mit Gotha in Erwägung gezogen werden, fuhr
Kindervater fort. <a
href="mailto:j.heyder@xxxxxxxxxxxxx?subject=LoNa_JH";>(JohannesHeyder)</a>


<b> Von Atomkraft und der KoWo </b>

Schwere Vorwürfe erhob CDU-Stadtrat Jörg Schwäblein gegenüber dem
Aufsichtsrat der kommunalen Wohnungsgesellschaft. Der Stadtrat und die
Öffentlichkeit haben erst dann von der Schieflage erfahren als es bereits zu
spät war, äußerte der Chrisdemokrat. Des Weiteren sei für
Unternehmensberater Millionen ausgegeben wurden, seitdem KoWo-Chef Friedrich
Herrmann Anfang 2005 die Geschäftsführung übernahm. Besonders scharfe Kritik
richtet Schwäblein gegen PDS-Stadtrat und Aufsichtsvorsitzenden der KoWo
Peter Stampf:
<i> ?Die Aufsichtsräte sind scheinbar nur bedingt in der Lage
Existenzbedrohende Situationen in Unternehmen frühzeitig zu erkennen.
Vielleicht sind sie nicht auf genügend kritische Distanz zum den
Geschäftsführern gegangen. In einer Zeit, in der ein Mitglied der
PDS-Fraktion den Verkauf von kommunalen Wohnungen vor den Mitarbeitern des
Unternehmens, die um ihre Arbeitplätze fürchten, als großen Sieg feiert,
wäre ich auch nicht überrascht wenn Bündnis 90/Die Grünen den Bau von
Atomkraftwerken in Erfurt fordert.? </i>

Weiterhin kritisiert Schwäblein den spärlichen Informationsfluss zur
Öffentlichkeit. Durch einen Verkauf der Wohnungen verliere die KoWo mehr als
12 Millionen Euro an Mieteinnahmen. Hingegen sollen die Einsparung bei
Zinsausgaben lediglich etwa 7,5 Millionen Euro betragen.
Gestern beschloss der Stadtrat, dass ein Verkauf von Wohnungen durch die
kommunale Wohnungsgesellschaft nur möglich sei, wenn hierfür eine
zustimmende Mehrheit der Abgeordneten vorliegt. Ende März soll der Stadtrat
über die Zulässigkeit des Verkaufs und den für die marode KoWo rettenden
Erlös von 156 Millionen Euro entscheiden. <a
href="mailto:j.heyder@xxxxxxxxxxxxx?subject=LoNa_JH";>(JohannesHeyder)</a>


<b> Mehrkosten durch Kürzung des Landes </b>

Durch die Kürzung der Finanzmittel im Kindertagesstättengesetz der
Landesregierung Ende 2005 kommen auf Erfurt Zusatzkosten zu. Nach
Schätzungen von Jugendamtsleiter Hans Winklmann beläuft sich der finanzielle
Mehraufwand auf 700.000 Euro.
In diesem Zusammenhang erarbeitet die Stadtverwaltung einen ab September
gültigen Bedarfsplan für Kindertagesstätten. Durch den Wegfall der
Landesförderungen kam es zu einem Stellenabbau und Qualitätsverlust in der
Betreuung von Kindern. Zugleich steigt aber der Bedarf an Einrichtungen
durch die steigende demographische Entwicklung Erfurts. Dazu Winklmann:
<i> ?Die Stadt Erfurt verzeichnet einen Zuwachs bei den kleinen Kindern (0
bis 2-Jährige). Dieser ist seit Jahren steigend. Auch bei den größeren
Kindern von 2 Jahren bis zur Schule ist steigender Bedarf festzustellen.?
</i>
Der Mehrbedarf soll durch Kapazitätserweiterungen der Kindergärten
befriedigt werden. Geplant sind in diesem Zusammenhang Ersatzneubauten und
Generalsanierungen, wie etwa in der Blosenburgstraße oder auch in
Kerpsleben. Weiterhin ist für August diesen Jahres die Fertigstellung des
Neubaus am Ringelberg geplant.
Hingegen ist der Anteil an Hortkindern konstant geblieben, daher sieht
Jugendamtsleiter Winklmann keine Notwendigkeit einer erweiterten Förderung.
Besonderen Förderbedarf sollen Kinder von Migranten erfahren. Diese
benötigten, laut Winklmann, einen erhöhten Zeit- und Personalaufwand. Kinder
mit Behinderungen erhalten weiterhin finanzielle Zuwendung vom Sozialamt -
der Mehraufwand in Kindergärten wird vom Jugendamt übernommen. Weitere
Stellen sollen im Bereich der Koordinierung von Eltern, Kindertagesstätten
und Ämtern entstehen. Auch Stellen für Beratung der Eltern, sowie der
Fortbildung der Erzieher sind geplant. <a
href="mailto:lokal@xxxxxxxxxxxxx?subject=LoNa_HB";>(HendrikBreitbarth)</a>


<b> Wiedereröffnung Erfurter Hof </b>

Der im Umbau stehende Erfurter Hof soll bis Anfang September fertig saniert
sein, dies bestätigte der Sprecher der Landesentwicklungsgesellschaft
Thüringen, Holger Wiemers. Das ehemalige Hotel schloss im Juni 1995 seine
Türen und ging neun Jahre später in den Besitz der LEG über.
Ab September werden neue, barrierefreie Büro- und Servicekomplexe im
Erfurter Hof vorzufinden sein. Traditionsreiche und gastronomische
Einrichtungen werden neben der Sparkasse Mittelthüringen und der Thüringer
Tourismus Gesellschaft ihr Domizil errichten. <a
href="mailto:lokal@xxxxxxxxxxxxx?subject=LoNa_CS";>(ClaudiaScholz)</a>


<b> Dialog der Religionen </b>

Ein Gespräch zum fairen Dialog zwischen Muslimen und Christen, wird heute im
Augustinerkloster stattfinden. Nach der Vorstellung einer Publikation der
Evangelischen Kirche, welche sich als Beitrag zum Dialog der beiden
Religionen versteht, sollen Vertreter beider Seiten miteinander ins Gespräch
kommen. Bischof Wolfgang Huber wird hierbei die Evangelische Kirche in
Deutschland, kurz EKD, vertreten. 

<i>" Es ist ja so, dass der Bischof Huber erklärt hat, dass es nicht unsere
Toleranzauffassung ist "das der Streit um die Wahrheit um des lieben
Friedens willen ausgesetzt wird". Es werden also vielleicht auch zum ersten
Mal unterscheidende Dinge vorgestellt, beschrieben und so weiter, um den
Dialog voran zu bringen. Das gehört ja immer dazu, dass man Gemeinsames und
dann aber auch noch zu entdeckende Gemeinsamkeiten voranstellt und dann aber
auch mal über Unterschiede Probleme, Profile und so weiter redet."</i>, so
Pfarrer Aribert Rothe, Beauftragter für Thüringer Erwachsenenbildung.

Die zu dem Gespräch eingeladenen Spitzenvertreter der muslimischen Verbände,
unter anderem Alaa Eddin vom Christlich? Islamischen Dialogkreis Münster,
gaben  keine Zusage da sie sich mit der Veröffentlichung erst ausreichend
auseinandersetzen möchten. Vorschnelle Urteile und Unterstellungen sollte
man hierbei auf jeden Fall vermeiden, weiß Rothe:
<i>" Also ich möchte das nicht banalisieren, aber man darf das jetzt nicht
skandalisieren. Das wäre, das dümmste was wir jetzt machen könnten, hieraus
bereits eine Zwistigkeit ablesen zu wollen. Im Gegenteil - es hat eben noch
gar keinen Zwist gegeben. Es hat gar kein Gespräch darüber gegeben, das ist
scheinbar schwieriger als wir uns das gedacht haben."  </i>

Bei der Veranstaltung zum Thema Christen und Muslime in Deutschland, wird
die Handreichung "Klarheit und gute Nachbarschaft - Christen und Muslime in
Deutschland" der Evangelischen Kirche in Deutschland vorgestellt.
Anschließend findet ein Gespräch mit Bischof Huber statt. 
Ab 19.15 Uhr sind im Luthersaal des Augustinerklosters alle Interessierten
eingeladen.
Weitere Informationen gibt es unter: www.augustinerkloster.de <a
href="mailto:lokal@xxxxxxxxxxxxx?subject=LoNa_MB";>(MarianBodenstein)</a>


<b> Hoffnung für alte  Feuerwache </b>

Die Zukunft der alten Feuerwache am Juri-Gagarin-Ring bleibt ungewiß. Das
Ordnungsamt erwägt einen Umzug aus dem jetzigen Gebäude in der
Friedrich-Engels-Straße. Als neues Domizil  kommt  das Gebäude der alten
Feuerwache in Frage, bestätigte Rolf Klimek, Leiter des Ordnungsamtes
gegenüber Radio F.R.E.I.
Im Gespräch stehen neben der alten Feuerwache auch noch weitere Gebäude.
Entschieden sei  noch nichts. Zwar suche das Ordnungsamt schon lange nach
einem geeigneten Objekt, es werde aber noch geprüft, welche Gebäude für
einen Umzug in Frage kommen. <a
href="mailto:lokal@xxxxxxxxxxxxx?subject=LoNa_NS";>(NicoleSchlinke)</a>


<b> Runder Geburtstag </b>

Mit einer Ausstellung feiern die Bewohner des Drosselbergs das 20-jährige
Bestehen des Wohngebiets. Pläne und ein Modell der Siedlung im Südosten
Erfurts, laden zu einer gedanklichen Zeitreise ein. Das Jubiläum des
Drosselberges bietet weitere Anknüpfpunkte, sich mit der jüngeren
Stadtgeschichte zu beschäftigen. Mit der Herausgabe einer Jubiläumsschrift,
welche im März noch erscheinen soll, ist dies auf eine Art schon geschehen.
Für die Schau stellt die KoWo Räumen bereit, in denen Pläne und Skizzen aus
der Entstehungszeit des Wohngebietes zu sehen sein werden. Ebenfalls können
Besucher der Ausstellung die Ergebnisse des Jugendprojektes "Zeitenspringer"
besichtigen. Jugendliche führten Interviews mit Menschen unterschiedlichen
Alters, um deren Bindung an den Drosselberg zu erforschen. Die Ergebnisse
sind morgen um 13.00 Uhr bei der Ausstellungseröffnung in der
Max-Planck-Straße 1 zu sehen. Weitere Feste werden im Laufe diesen Jahres
stattfinden. <a
href="mailto:lokal@xxxxxxxxxxxxx?subject=LoNa_CS";>(ClaudiaScholz)</a>


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