[informatik] 3. Retrocomputer-Festival in Muenchen

  • From: Mike Unke <smike@xxxxxx>
  • To: informatik@xxxxxxxxxxxxx
  • Date: Wed, 24 Apr 2002 17:03:09 +0200

Hallo Leute,
Ihr als (Wirtschafts-)Informatiker seid vielleicht an folgender Messe 
interessiert. Herr V... hätte dort sicherlich seinen Spaß.
Ciao,
        Mike

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Altes Zeug, neue Liebe: 3. Retrocomputer-Festival in München

"Lasst uns zurückkehren in die Guten Alten Tage, als Hacker noch keine
Sicherheitsberater, Bytes noch keine Megabytes und Kleine Grüne Männchen
noch Kleine Gruene Maennchen waren!" -- zum dritten Mal findet am kommenden
Wochenende in München das Vintage Computer Festival Europe[1] statt. Für
alle Fans des Retrocomputing gibt es eine Ausstellung, in der alte Rechner
bewundert werden können, kombiniert mit einem Flohmarkt, wo Bastler und
Fans Hard- wie Software komplettieren oder verkaufen können. Auch gibt es
die Möglichkeit, alte 64er-Programme von Magnetbändern oder Floppies auf
modernere Medien konvertieren zu lassen. Neben der Ausstellung werden
Vorträge angeboten, etwa zur Geschichte vom Jubiläum feiernden BSD-Unix,
das vor 23 Jahren in der Version 2.0 größere Verbreitung fand. Die Vorträge
sollen erstmals live im Internet[2] zu verfolgen sein. Zu der Ausstellung
und den Vorträgen sind nur Programme und Computer zugelassen, die älter als
zehn Jahre sind.

Das Vintage Computer Festival wurde erstmalig vor fünf Jahren im
kalifornischen Silicon Valley veranstaltet. In Europa war bereits die erste
Ausgabe[3] ein Erfolg. Zum diesjährigen Treffen haben sich Teilnehmer aus
USA, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland angemeldet:
Das Retrocomputing findet immer mehr Freunde, nicht nur in der Generation,
die mit den ersten Mikro-Computern aufgewachsen ist.

Die Sehnsucht nach der heilen Computerzeit, als der Griff zum Lötkolben so
selbstverständlich war wie heute der Klick mit der Maus, ist schnell
erklärt. Moderne Computer mögen bunt und translucent werden, doch ihr
Inneres bietet mit hoch integrierten Chips nichts, woran sich basteln
ließe. Wer heute mit Computern aufwächst, hat praktisch keine Chance, etwas
über ihr Innenleben zu lernen. Leistungsmäßig Lichtjahre von den Anfängen
der Computerei entfernt, bestehen heutige Systeme nur noch aus hoch
integrierten Platinen, an denen nicht mehr gefummelt werden kann. Die
Schulung in Computertechnik, wie sie die als Bausätze vertriebenen Computer
der Anfangszeit boten, gibt es nicht mehr. Die Informatiklabors der 70er
Jahre, in denen man an deutschen Schulen mit Steckdrähten große
UND/ODER-Gatter schaltete und damit Boolesche Algebra lernte, sind längst
verschrottet.

Mitunter gibt es freilich echte Notfälle, bei denen das Retrocomputing
seinen Nutzen zeigt. So setzte die hochmodern organisierte Werbeagentur
kdh+p ein Prüfprogramm ein, bei dem die Daten von einer betagten
Maxtor-Festplatte auf ein noch betagteres 8''-Laufwerk gesichert werden.
Was über 20 Jahre ohne Probleme funktionierte, verlangte nun nach einer
Lösung: Floppy-Disks im 8''-Format sind immer schwieriger zu bekommen.
Abhilfe brächte ein kleines 3,5''-Laufwerk, doch wie kann dies an einen
Shugart-Bus angeschlossen werden, zu dem es weit und breit keine
Dokumentation mehr gibt? Fälle wie diese gelten unten den Retro-Fans als
einfache Übungen. So restaurierte der amerikanische Ingenieur Dwight Elvey
aus einem Berg von Computerschrott den Nicolet-Computer, ein Relikt der
70er Jahre. Anschließend rekonstruierte er aus spärlichen Aufzeichnungen
das Betriebssystem und schrieb einen Compiler und Programme für den
Rechner, der eigentlich schon ausgestorben war. (Detlef Borchers) /
(jk[4]/c't)

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 http://www.heise.de/newsticker/data/jk-24.04.02-005/

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 [4] mailto:jk@xxxxxxxxxxx

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